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Gourmetica Mentiri

Bodenlose Frechheit

Eingestellt am 13. Mai 2005 um 16:53 Uhr » Jeena Paradies

Da wir eine Wohnung suchen war ich gestern auf einem Meeting mit der Wohnungsbaugesellschaft hier in Varberg. Ich kam da also an und erzählte meine Sorgen, dass wir keine Wohnung haben werden und dass wir möglichst bald eine brauchen, da wir sonst auf der Straße wohnen müssen.

Da sagte mir der Sachbearbeiter, dass er mir das nicht glaube und es sich für ihn wie eine »Novelle« anhört, oder ein Drehbuch zu einem amerikanischen Film. Ich führte mich dabei auf und verfluchte diesem Mann mit Wörtern, die so schlimm waren, dass ich selbst Gänzehaut davon bekam. Er stand aber nur scheinbar total abgehärtet dar und grinste mich an.

Ich war verdutzt und meinte, dass das eine bodenlose Frechheit sei, was er hier gerade macht. Das war für ihn das Stichwort. Er grinzte noch breiter und sagte: »Scheinbar kennen Sie die bodenlose Frechheit noch nicht persönlich.« Ich hörte auf zu schimpfen und wunderte mich darüber was er denn wohl meinen könnte.

Wir gingen zu einer Türe im Keller auf der Stand: »Achtung! Bodenlose Frechheit«

Der Mann hatte einen großen Schlüsselbund dabei, anscheinend war er gleichzeitig auch der Hausmeister, und öffnete langsam die Tür. Innendrin war es sehr dunkel man konnte eigentlich nichts erkennen, nur vom Boden kam ein wenig Licht. Ich ging voraus und beugte mich nach unten um zu sehen wohin ich denn da eigentlich laufe. Plötzlich stieß mich der Sachbearbeiter rein und schloß die Türe hinter mir mit sieben Riegeln zu.

Im Raum selbst gab es gar keinen Fußboden, es ging nur einfach wie als ob man in einen Fahrstuhlschacht ohne Fahrstuhl einsteigen würde steil nach unten. Ich versuchte mich zwar an den Lianan festzuhalten, die an den wänden hangen, doch es gelang mir nicht, ich fiel viel zu schnell und riss mir dabei nur die Handflächen auf.

Das Loch schien ziemlich tief zu sein, denn ich fiel schon bestimmt über 20 Sekunden ohne aufzuprallen. Ich fiel also weiter und weiter, langsamm veränderte sich auch die Wand die Lianen verschwanden und wurden durch mossbedeckte Felsvorsprünge ersetzt an denen ein Festhalten noch unmöglicher war. Nach etwa einer Stunde freien Fall gewöhnte ich mich so langsam daran und fing an zu überlegen wie ich jetzt aus diesem Schlamassel herauskommen sollte.

Als ich zufällig herunter schaute, sah ich dass es weiter unten plötzlich in der Wand ein Loch gab, aus welchem Licht kam. Das war meine Chance, ich musste es nur schaffen mich abzustoßen und in dieses Loch zu kommen, danach würde es wenigstens irgendwie weitergehen. Langsamm kamen wieder Lianen zum Vorschein.

Beinahe hätte ich den Absprung verpasst, doch nur beinahe, denn irgendwie kam von hinten ein rießiger schwingender Stiefel, der mich in eben dieses Loch beförderte. Ich war erstaunt was mich in diesem Loch erwartete, es war der Sachbearbeiter und ich stand wieder in eben diesem Keller, in den wir vorhin heruntergingen.

»Jetzt kennen Sie die Bodenlose Frechheit« sagte er mit einem Grinsen das breiter nicht hätte sein könnnen, es war breiter als das Grinsen der Grinsekatze aus Alice in Wunderland. Ich nickte, bedankte mich und ging nach Hause.


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