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Gourmetica Mentiri

Goldene Uhren und anderer Schnickschnack

Eingestellt am 30. May 2014 um 00:11 Uhr » Jeena Paradies PhiloSuff

“Wie viel kostet eine Banane?” fragte der kleine Junge den Bolschewiken hinter dem Tresen. “So viel hast du gar nicht.” antwortete der mörrisch-schmierige Mann mit Halbglatze und Bart und schmiss den kleinen Ahmad raus auf die Straße, wo Schweinekod den Asphalt färbte und die sängende Abendsonne die weißen Fassaden der fernöstlichen Stadt zum schimmern brachte.

Endlich bin ich diesen kleinen Flegel los. Der fragt mich jeden verdammten Morgen nach einer anderen Frucht, dabei ist das was dem am nähsten käme höchstens mein selbstgebrannter Obstler. Erst kam er an und wollte wissen wie viel die Venus-Frucht kostet, dann die Zitrone, Apfel, Erdbeere, und jetzt auch noch die Banane, für was hält er sich denn?

Wenn ich ihn das nächste mal sehe versohle ich ihm gleich den Hosenboden, noch bevor er überhaupt etwas fragen kann. Ich hasse diese kleinen Rotzgören die hier nur herumschnüffeln und meine Geheimnisse herausfinden wollen.

Der kleine Junge lief entmutigt die Straße herunter und dachte “Irgendetwas ist da merkwürdig in diesem Lokal, aber ich weiß nicht was. Warum will er mir seine Früchte nicht verkaufen? Sicherlich handelt es sich bei den Früchten in der Restaurant-Küche um magisches Zauberobst.”

Vor vielen Jahren, so die Legende, fand ein anderer Junge, mit dem namen Hassan der Tolle, drei verzauberte Spinatsamen. Er wusch sie, hegte und pflegte sie bis sie anfingen zu keimen. Aus den Keimlingen wurden grosse und mächtige Pflanzen die bis zum Himmel ragten und allen anderen Lebewesen die Sonne versperrten. Genau solche Früchte vermutete Ahmad beim Bolschewiken hinter dem Tresen.

Er selbst hatte mal Ameisen beobachtet wie sie aus einem Riss in der Hauswand des Lokals krochen, dort wuselten und eifrig arbeiteten. Er hatte keine eigenen Ameisen und musste sich immer auf dem Markt welche ausleihen um sie dann zu zertreten, mit Feuerzeugbenzin zu überschütten und anzuzünden. Egal wie viel sie zu ihm gebetet hätten, er hätte kein Erbarmen gehabt. Da Ahmed nicht mit leeren Händen zum Markt zurückkehren wollte, entwickelte er eine Methode um kleine Mikroroboter Ameisen günstig herzustellen. Es war ein riesen Hit auf dem armenischen Wochenmarkt da diese Roboterameisen nicht bissen wie die normalen Feuerameisen, dafür aber um so arbeitsamer waren.

Nachdem er 20 Rupien verdiente konnte er sich endlich ein halbes Kilo Bananen kaufen, aber leider nicht beim Bolschewiken, denn die Zauberbananen waren auch für solch einen eifrigen Geschäftsmann wie er jetzt einer war viel zu teuer.

Als Ahmed erwachsen wurde, eröffnete er selbst einem Luxus Ameisen-Verleih. Er hatte rote Ameisen, normale schwarze, mit imitiertem Blattgold-Imitat, welche die er mit Sprühgold behandelt hatte, goldene Uhren, und anderen Schnick-Schnack. Die wahren Schnäppchen bewahrte er allerdings auf der Innenseite seines Mantels auf.

Dennoch liess ihn ein Gedanke nicht los: “Was sind das für Zauberfrüchte, die dieser schmierige Bolschewik da in seinem Laden hat?”. Er beschloss nach Jahrzehnten wieder in seine Heimatstadt Zaghkadsor zurückzukehren und dem mittlerweile senilen Bolschewiken, der mittlerweile glaubte Italiener zu sein einen Besuch abzustatten. Vielleicht würde er ihn heute ernster nehmen.

Als er den Laden betrat, in wunderschönen italienischen Gewändern gehüllt, merkte er sofort dass der Bolschewik ihn nicht wiedererkannt hatte, jetzt hatte er leichtes Spiel. Voller Erfurcht bewunderte der Bolschewik Ahmeds Kleider die aus feinster sizilianischer Seide von samtig-kleinen Kinderhänden gefertigt und mit goldenen Elefanten-Mustern bestickt waren.

Mysteriös dreinschauend offerierte Ahmed dem Bolschewiken einen kurzen Blick in seine mit edelsten Rubinen beschmückte geheimnissvolle Geheim-Schatulle. Diese magischen Blicke und Handbewegungen, aber auch die tiefe Stimme, mit der er sprach, erregten den Bolschewiken sehr. Er brannte vor Neugier und Erregung. Solche Gefühle kannte dieser bisher noch gar nicht von sich, aber er konnte sich nicht beherrschen und …

Da stoppte ihn Ahmed und wollte zunächst das geschäftliche klären. “Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!” mahnte er den senilen Greis, “... aber sagen Sie doch mal, was kostet denn eine von diesen bezaubernden Bananen?”

Da erstarrte des Bolschewikens Blick, er drehte sich um, ging hinter den Tresen und holte seinen kunstvoll verzierten Gürtel hervor mit dem er Ahmed aus dem Laden hinausprügelte.

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