Was ist flüssiges Design im WWW? | 19. Mai 2004 um 00:00 Uhr /

Ich will hier versuchen zu klären was der Begriff »flüssiges Design« bedeutet. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil. Ich und auch die Leser dieses Eintrages, würden uns über Verbesserungen und Hinweise freuen.

Was heißt flüssig?

Aus dem Duden

1. flüs|sig < Adj. > [mhd. vlüec, ahd. fluīg, zu →Fluss]: 1. die Eigenschaft besitzend, fließen zu können; ..

Wasser zum Beispiel ist flüssig. Stellt euch Wasser vor. Es fließt um Hindernisse wie Felsen oder Bäume herum. Wenn es viel Platz in der Breite hat dann fließt es ganz weit in die Breite. Es kann auch passieren dass es unkontrolliert aus dem Flussbett heraus fließt. Wenn es wenig Platz hat dann scheint sich das Wasser zu stauchen und doch in der vorgegebenen Breite Platz zu finden.

Auf diesem Bild unten drunter sieht man sehr schön wie sich das Wasser von ganz alleine seinen Weg bahnt wo es möglich ist.

ein Wildbach

Und was hat das mit meinem Design zu tun?

Eine ganze Menge. Die meisten werden ihre Seiten wohl in HTML schreiben. Als dieses erfunden wurde war es dazu gedacht Texte auszuzeichnen, d.h. sie zu beschreiben wie zum Beispiel:

Das hier ist die dritt wichtigste Überschrift

Dies ist ein Absatz welcher nutzlosen Textbalast mit sich trägt nur um zu Zeigen dass wenn er zu lange wird dieser auch umgebrochen wird.

  1. Das hier ist
  2. eine geordnete Liste
  3. da sie ungeordnet keinen
  4. Sinn ergeben würde

Das sollte dem Anzeigegerät helfen zu entscheiden wie es diesen Text anzeigen soll. Überschriften werden meist größer dargestellt, Absätze mit einem kleinen Abstand und Listen untereinander mit einem Zeilenumbruch.

Dieses mysteriöse Anzeigegerät war und ist immer noch unbekannt! Niemand weiß womit die Seite denn Angeschaut wird somit kann auch niemand vorhersehen wie breit, hoch es ist oder wie viel Platz zur Verfügung steht die Inhalte anzuzeigen.

Genau hier half damals und hilft immer noch dieses HTML. Es lässt den Browser selbst entscheiden wann die Zeile umgebrochen wird. Es sagt nicht »nach zehn Wörtern eine neue Zeile«. Das macht der Browser von selbst und er macht das genau dann wenn es keinen Platz mehr gibt. Nur der Browser auf dem Computer des Besuchers weiß wie viel Platz ihm zur Verfügung steht und bricht richtig um.

Nun Stellt euch vor der Text wäre das Wasser, Bilder und andere Elemente wären die Steine und Bäume die im Wasser liegen. Der rechte und linke Rand des Browsers wäre das rechte und linke Ufer eines Flusses. Wenn sich jetzt der Text genau so ausbreiten kann wie das Wasser in diesem Fluss, dann hat man ein flüssiges Design.

Starres Design

Im Gegensatz zum flüssigem gibt das starre Design die Breiten und Höhen vor. Starres Design wird zum Beispiel im Büchern, Zeitungen und Zeitschriften verwendet. Dort kann man sich 100%ig darauf verlassen dass man genau die vorgegebenen Breiten auch überall bei den Menschen die diese dann lesen auch vorfinden kann. Was für den Designer ein Traum ist ist für den Benutzer nicht unbedingt von Vorteil. So kann er zum Beispiel seine Schriftgröße nicht so anpassen wie es für ihn am leichtesten zu lesen ist, und auch die Zeilenlängen kann er nicht beeinflussen.

Im WWW gibt es auch Mischformen dieser Zwei Designs. Nehmen wir als Beispiel diese Seite hier. Sie hat eine Breite von höchstens 750px, kann aber verkleinert werden. Außerdem ist es möglich sich die Textgröße individuell anzupassen. Ich habe versucht hier die Vorteile beider Varianten zu vereinen und somit einige Nachteile zu bekämpfen.

Aufgabe der Webdesigner

Wir, die Webdesigner sind für Webseiten das was Landschaftsbauer für Flüsse sind. Wenn wir unsere Arbeit gut machen dann bekommen wir schöne Flüsse die dennoch für die Schifffahrt und Energieunternehmen gut nutzbar sind. Wenn wir unsere Arbeit schlecht machen kann einerseits der Fluss vom Menschen nicht mehr benutzt werden oder andererseits ganze Landstriche überschwemmen.


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