Traumwerte bei meiner Browserstatistik | 03. April 2005 um 16:06 Uhr /
Ich denke über meine Browserstatistik kann ich mich wirklich freuen. Zwar stieg der Anteil des IE im letzten Monat zum Monatsende bis auf 37%, dennoch kan man damit sehr zufrieden sein. IE 5 und 5.5 machen zusammen 0.7% aus.
Natürlich kann man meine Seite nicht als Referenz für das ganze Internet sehen, da sich hier doch vornehmlich Webdesigner rumtümmeln, die wissen was sie tun wenn sie ins Internet gehen. Man kann aber, meiner Meinung nach, eine deutliche Entwicklung weg vom Internetexplorer sehen, der Mitte des letzten Jahres auf dieser Seite über 80% verwendet wurde.
IE = Internet
Vielleicht bringt es ja doch etwas immer und immer wieder einfach aufzuklären, dass es auch andere Programme zum Anzeigen von Internetseiten gibt als den Internet Explorer. Es ist aber teilweise wirklich so eingefahren, dass die Leute tage brauchen um das zu verstehen.
Als Beispiel dafür möchte ich die Kursteilnehmer aus meinem »Schwedisch für Einwanderer Kurs« nennen. Wir haben da im Klassenzimmer drei Rechner stehen, mit denen man auch während der Stunden ins Internet kann um sich Informationen zu holen, oder um das Online Wörterbuch zu nutzen. In der Zeit, in der ich in diesem Klassenzimmer lerne habe ich auf allen Rechnern einen schwedischen FireFox installiert, und ihn bei meinen Recherchen immer benutzt. Das haben die anderen Mitschüler auch gesehen – so dachte ich.
Eines Tages ging auf einem der Rechner der IE aus unerklärlichen Gründen kaputt, er lies sich nicht mehr ausführen und lieferte nur einen Fehler zurück. Für mich natürlich kein Grund zu Besorgnis, da ich ja sowieso meinen Firefox nutze. Für alle anderen ein Katastrophe. Sie versuchen 15 bis 30 mal den IE aufzurufen, was jedes mal zum gleichen Fehler führt. Auf den Hinweiß, dass sie doch den anderen browser nutzen können reagieren sie sehr komisch. Sie versuchen nicht einmal Firefox zu starten, sondern geben einfach auf und warten bis einer der beiden anderen Rechner frei ist, weil sie sich nicht vorstellen können, dass der bunte kleine runde Fuchs auf dem Desktop auch das Internet sein soll. Irgendwie ist da eine solch große Barriere im Kopf, dass nicht einmal vorführen etwas hilft.
Naja, wie auch immer, so habe ich immer Zugang zum Internet wenn ich ihn brauche und muss nicht warten bis ein Rechner frei wird. Wie man aber ein solch eingefahrenes Denken und Handeln verändern kann würde mich dann doch noch sehr interessieren. Wenn ihr da irgendwelche Erfahrungen habt, immer her damit ich werde es ausprobieren.
Kommentare
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Alexander Brock aus DE-MA schrieb am 03.04.2005
Du könntest Resource Hack verwenden, um dem Firefox das IE-Logo zu verpassen ;-) Wäre aber sehr schade um das schöne Firefox-Logo.
Gruß
Alexander
seb aus Nürnberg schrieb am 03.04.2005
Eine Freundin von mir hat neulich eine sog. "Sicherheits CD" bekommen, auf der sich neben AntiVir und ZoneAlarm auch FireFox befand, dessen Verwendung in der beiliegenden Anleitung folglich auch empfohlen und erkärt wurde. Trotzdem verwendet sie weiterhin den IE um ins Internet zu gehen, ja sogar um dann dort auf den "E-Mail" Button zu drücken welcher nichts anderes tut als Outlook zu starten.
Ich glaube wie du dass viele Leute das IE Logo mit Internet gleichsetzen, und -- seis aus Gewohnheit oder aus Angst vor Neuem -- einfach nicht bereit sind etwas anderes zu Nutzen.
Steve Krug schreibt in seinem Buch "Don't make me think!" (welches ich nur empfehlen kann) über ein Phänomen, dass manche Leute die Domain jeder Internetseite die sie besuchen wollen in das Suchformular von Yahoo eintippen, auch bei wiederholten Besuchen. Diese Leute glauben einfach, Yahoo sei das Internet.
Und leider ist das wohl mit dem IE auch oft so.
kronn aus Berlin schrieb am 03.04.2005
Ich suche bei der Erklärung, dass das Internet kein kleines blaues e ist immer einen Vergleich, den die Leute kennen.
Kern ist aber immer, dass es mehrere Programme gibt, einen bestimmten Inhaltstyp anzuzeigen.
Meist reicht aber schon, dass ich, wenn mir irgendeiner was über ein Problem oder Feature des IE sagen möchte, schlicht "den verwende ich nicht, um mir Internetseiten anzusehen, da kann ich dir nicht weiterhelfen" sagen. Dann folgt eine kurze Stille. Dann eine Rückfrage. Zuletzt eine kurze Erläuterung, dass ich ja z. B. auch CDs mit einem CD-Player oder WinAMP oder dem Mediaplayer wiedergeben kann. Oder dass ich Texte sowohl im Texteditor (Notepad), als auch in der Textverarbeitung (das große weiß-blaue W, <seufz />) als auch auf Papier lesen kann.
Naja, dann ein Hinweis auf zwei gute Browser, von denen man sich dann einen aussuchen kann. Ein kurzer Testlauf mit Featurerläuterung (Tabs, ggf. Mausgesten, Besonderheiten), ein wenig Panikmache wegen Viren und Sicherheitslücken, wieder beruhigen mit Sicherheitsfeatures moderner Browser und das kleine blaue e wird in Ruhe gelassen.
Ein wenig später, nachdem sie die Leute mit dem Programm angefreundet haben, heiße ich sie in der Welt der aufgewachten Internetnutzer willkommen. Ich schließe die Predigt mit dem Hinweis, wo man den gewählten Browser bekommen kann, schreibe es ggf. noch auf, damit sie auch woanders wechseln können.
Bei nächster Gelegenheit frage ich nach, wie es ihr/ihm mit dem neuen Programm so geht und ob es Probleme gibt. Dann nochmal der Hinweis, doch bitte Internet und das kleine e nicht mehr zu verwechseln.
Ich geb zu, zwischen den Zeilen lass ich schon ein wenig die Standpauke durchsickern. Klappt recht gut.
Schön war, als ich mal angesprochen wurde, dass auf meiner Seite doch die Navigation besser oben rechts fixiert sein sollte statt einfach beim scrollen aus dem Bild zu verschwinden. Ich habe dann gesagt: "Oh, dann ist dein Browser wohl veraltet. Such mal nach (Lieblingsbrowser hier einfügen, Sicherheitslücken ausgeschlossen), der kann das. Ich könnte das zwar auch anders machen, aber das hat zuviele Nachteile." Hat ausgereicht, sie verwendet jetzt eine Gecko-Engine...
st schrieb am 08.04.2005
Schon probiert, Firefox hinter einem IE-Symbol bzw. IE-Startmenü-Eintrag zu "verstecken" (Verknüpfung anlegen, "Internet" drunterschreiben und in den Eigenschaften als Symbol das vom IE wählen)? Zur Not gibt es als zweiten Schritt auch noch irgendwo ein IE-Design für Firefox.
Aber wenn die Leute erstmal den Browser vor der Nase haben, ist es meist kein Problem mehr, weil die Bedienungsstruktur überall mehr oder weniger gleich ist.
Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 08.04.2005
Ah genau das wusste ich nicht wie man es macht, am Montag werde ich das gleich machen, auf allen Rechnern zu denen ich Zugang habe ;-)
kronn aus Berlin schrieb am 08.04.2005
Das bringt doch nichts. Wenn die Leute nicht bewusst wechseln, ist meiner Meinung nach nichts gewonnen. Einfach, weil sie sich eigentlich nicht gegen den IE entschieden haben. Sie denken immernoch, dass das kleine blaue e das Internet ist.
Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 08.04.2005
Doch Kronn, in diesem Fall bringt es schon was, zumindest auf dem Rechner, wo der IE kaputt ist. Die Leute können den Rechner dann trotzdem zum Surfen benutzen.
st schrieb am 10.04.2005
kronn, gerade Leute, die keine Ahnung vom Netz haben, sind eine besondere Gefährdung, weil der IE nunmal das bevorzugte Angriffsziel ist. Das ist keine Frage von Überzeugung, sondern von Sicherheit. Auch und gerade Dritter, die mit Hilfe gekaperter PCs belagert werden könnten (und dazu zählt jeder, der schonmal Spam bekommen hat).
Das soll aber nicht heißen, dass es nicht wünschenswert wäre, mit Überzeugung bzw. eigenen Willen zu wechseln. Aber da hat Jeena ja bereits erfolglos dran gearbeitet - manchmal muss man ein Brett halt mit einer Brechstange entfernen. Aber sobald das ein paar Tage läuft (und es noch niemand gemerkt hat), sollte deshalb auch mal beiläufig darauf hingewiesen werden, dass da Firefox am Wirken ist und nicht der IE.
Das Firefox-Verstecken ist sozusagen eine Art Pepsi-Test (falls sich da noch jemand dran erinnert ;)