PNG - die Vorurteile und die Fakten dass man es doch überall einsetzen kann | 26. Februar 2005 um 02:24 Uhr
Im mittwöchigen Chat habe ich gemerkt, dass die meisten Webdesigner die da waren – auch die alteingesessenen – sehr viele falsche Vorurteile gegenüber dem Dateiformat PNG haben. Es fielen Sätze wie:
Vorurteile
Was bringt mir PNG, wenn die meisten Leute das dann sowieso nicht sehen können?
Ich verwende es nicht, weil die meisten Browser damit nicht umgehen können.
PNG ist ja ganz nett, aber der IE kann damit nicht umgehen.
Mit diesen Vorurteil möchte ich hier aufräumen und eine Zusammenfassung an Informationen über PNG bieten. Erst einmal zum Begriff selbst:
- Portable Network Graphics — PNG (sprich: ping)
- Ist ein Dateiformat zur Speicherung von Bilddaten.
- Es wurde als freier Ersatz für das ältere proprietäre Format GIF entworfen und ist weniger komplex als TIFF.
- Die Daten werden verlustfrei komprimiert abgespeichert (im Gegensatz zum verlustbehafteten JPEG-Dateiformat)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Portable_Network_Graphics
Fakten
»Normale« PNGs ohne Transparenz
Erst einmal zu den ganz normalen PNG Grafiken, die keine Transparenz besitzen sondern eine ganz normale Hintergrundfarbe. Diese Funktionieren nach meiner Erfahrung nach in allen Browsern außer dem Internet Explorer und Netscape Version <= 3, die allerdings – wenn überhaupt dann – nur noch im Promillebereich in den Statistiken auftauchen. Ab der Version 4 funktionieren sie wunderbar. Sogar mein Amaya kann sie richtig anzeigen.
PNGs mit Transparenz
normale Transparenz
Wenn man Bilder mit 256 Farben einsetzt – also genau wie bei GIF – gibt es in den Browsern, die überhaupt PNG anzeigen könne auch absolut keine Probleme, es funktioniert also mindestens so gut, nur dass die Dateien meistens kleiner werden und es auch noch einige andere Vorteile gibt.
Alpha-Kanal Transparenz
Erst hier gibt es kleine Unterschiede, die man aber meistens eigentlich ganz gut ausmerzen kann.
Alle modernen Browser, außer der Internet Explorer, zeigen die PNGs mit der schönen Alpha-, bzw. Halbtransparenz an. Der Internet Explorer auf dem Mac kann das auch. Die Version 5.0 auf einem Windows System kann allerdings mit der Halbtransparenz gar nicht umgehen, auch nicht mit irgendwelchen Tricks. Die Versionen 5.5 und 6 dagegen können mittels alphaImageLoader Filters.
Das ist zwar ein wenig tricky aber funktioniert im großen und ganzen eigentlich wunderbar. Ein ausführliches HowTo hat Erik Arvidsson geschrieben.
Eine noch einfachere Möglichkeit halbtransparente PNGs einzusetzen gibt es mit dem IE7 von Dean Edwards. Damit versetzt man den IE eigentlich auch gleichzeitig in einen Modus in dem er fast so reagiert wie der Mozilla und Opera.
Diese beiden Möglichkeiten funktionieren allerdings nur, wenn im Internet Explorer Scripting aktiviert ist.
Was wenn kein Scripting erlaubt ist?
Dann reagieren die IEs als ob es den Hack nicht geben würde und Zeigen halbtransparente PNGs mit einem grauen Hintergrund anstatt der Transparenz. Das das natürlich absolut unschön aussieht ist klar.
Da kann man aber auch bei allen Browsern, die überhaupt PNG unterstützen abhelfen. Man speichert einfach die Hintergrundfarbe, die man beim Abspeichern eingestellt hat mit. Das heißt nicht, dass man dem Bild eine Hintergrundfarbe gibt, sondern man wählt sie nur im Farbwähler als Hintergrundfarbe aus. Im Speichern Dialog gibt es unter Gimp dann die Auswahl [x] Hintergrundfarbe sichern, welches es erlaubt anstatt des default-Grau die ausgewählte Hintergrundfarbe mit zu sichern.
Somit hätten wich auch auf den IEs und NSs die keine Alphatransparenz anzeigen können die richtige Hintergrundfarbe zur Verfügung. Der Einzige Nachteil dessen ist, dass wenn sich jetzt die Hintergrundfarbe der HTML Seite ändert, man alle Bilder einzeln durchgehen muss und sie mit einer neuen Hintergrundfarbe für diese Fehlerhaften Browser abspeichern muss.
[update] Dank wahsaga kann ich euch jetzt endlich auch eine Lösung für das Abspeichern des Hintergrundes in Photoshop präsentieren:
Just select the mask color option, and set the color picker to the color of the background the picture is intended to sit on.
Ich habe leider kein deutsches Photoshop, deshalb kann ich es auch nur schweer übersetzen, vielleicht kann das einer der Leser in den Kommentaren machen und ich setze es hier rein.
[update:] Wie man alphatransparente PNGs im IE in der Praxis hinbekommt könnt ihr im folgeartikel lesen: Wie kann man PNG-Alphatransparenz im IE nutzen?
Pingbacks
- tomsw.org » PNG und Internet Explorer
- DrWitt's DailyStar » PNG-Bilder und ihre Vorurteile
- PNG-Alphatransparenz im Internet Explorer » Peruns Weblog
- PNGs im Internet Explorer - TP Hilfe Forum
Kommentare
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tommy schrieb am 27.02.2005
danke für die tipps! aber ich hab noch ne frage: wie gehtn das mit der hintergrundfarbe speichern bei photoshop?
Schuer aus Berlin schrieb am 27.02.2005
tommy: theoretisch sollte im Dialogfenster "für Web speichern" und der Option PNG-24 rechts ein Auswahlfeld sein, in dem du die Hintergrundfarbe bestimmen kannst. Praktisch ist es in diversen Fällen allerdings ausgegraut und somit nicht anwählbar. Ich habe keine Ahnung, woran das liegt.
Christian Seiler aus Deutschland schrieb am 27.02.2005
Hallo Jeena,
Du solltest vielleicht noch erwähnen, dass PNG im Gegensatz zu GIF keine Animationen bietet. Gut, Du vergleichst GIF mit PNG zwar nicht direkt, aber wenn man Animationen will, muss man zwangsläufig auf GIF (oder Flash) zurückgreifen. MNG wird ja derzeit von keinem aktuellen Browser unterstützt; Mozilla hat die Unterstützung ja vor einiger Zeit - wegen meiner Ansicht nach fadenscheiningen Argumenten - entfernt.
Achja, der Netscape 4 schluckt übrigens gar keine Transparenz, d.h. Deine Aussage
stimmt nicht so ganz. ;-)
Christian
Marco aus Berlin schrieb am 28.02.2005
Alles in allem sehr richtig. Doch ein entscheidendes Problem was micht bisher von PNG (zumindest bei allem über Icon-Größe) abgehalten hat fehlt noch: Die Dateien sind einfach viel zu GROß für den praktischen Webeinsatz. Jedenfalls solange man Analog-Modembenutzer nicht von vornherein ausschließen möchte.
cu
Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 28.02.2005
Kann ich nicht nachvollziehen, dann machst du etwas falsch. Schau dir diesen DrWeb Artikel an. Als letztes werden die drei verschiedenen Formate miteinander verglichen auch unter dem Gesichtspunkt von Dateigröße. Das geliche Bild als GIF hat eine Größe von 2,8kB und als PNG von 2,4kB also ist es kleiner als das GIF. Genau das ist auch meine Erfahrung und das was man sonst auch überall im Internet über PNG liest. Dass allerdings ein 24bit PNG größer ist als ein 8bit GIF müsste eigentlich jedem von selbst einleuchten. Dafür gibt es ja die Auswahl bei PNG, dass man auch 8bit wählen kann und dann damit meistens auch unter die Dateigröße von GIF kommt.
rico aus dresden schrieb am 28.02.2005
hey.
danke für den artikel - ich nutze schon seit langem png für internetsachen und bin immer wieder hochzufrieden. manchmal muß es zwar jpg sein aber gif versuche ich zu vermeiden...
256 farben werden schon problemlos dargestellt - man sollte halt bissi mit adaptov usw. arbeiten/experimentieren und das mit einer animation wie bei einem gif brauch ich nicht wirklich ;o)
grüße aus sachsen
rico
Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 28.02.2005
Ich hoffe es ist euch allen klar, welches Grafikformat man für was verwenden soll?
Rico, wenn du schreibst, es gäbe mit 256 Farben keine Probleme, meinst du damit gleichzeitig, dass es mit mehr Farben Probleme gibt?
rico aus dd schrieb am 28.02.2005
ist mir klar - ich würde kein png für photos verwenden. bei thumnails ist es schon was anderes da meist nur 200 farben vorkommen - ein vergleich zwischen ein jpg-thumpnail macht sich aber dennoch immer gut.
bei mehr als 256 farben gibt es auch keine probleme da ich dann nicht reines png verwende sondern ab dieser anzahl png-8, png-24 und jpg vergleiche. solch ein vergleich macht sich in den professionellen grafikprogrammen sehr gut, da man die vergleiche direkt nebeneinander darstellen lassen kann (ich nutze fireworks fürs web, photoshop für gr. photos und illustrator für print). unter 256 farben speichere ich meist im png ab. probleme in der darstellung sind mir nicht bekannt.
was viele falsch machen: ein relatives graustufen-bild in welchem vielleicht 1-5 farben vorkommen als farbbild abzuspeichern anstatt ein wirkliches graustufen-bild draus zu machen - hab ich schon oft beobachtet. die grafikprogramme bieten bieten eine vielzahl von optionen bei gif, jpg, png usw. an sodass eine optimierung auf jedenfall möglich ist.
Christian Seiler aus Deutschland schrieb am 02.03.2005
Das ist eine Fehleinschätzung, die viele Leute machen, weil sie für PNG ungeeignete Programme nutzen, die unnötig große Dateien erstellen. GIMP hat eine sehr gute PNG-Unterstützung - wenn man da eine PNG-Datei abspeichert, dann lassen sich mit Optimierern wie pngcrush nur noch ein paar Byte 'rausholen.
Allgemein habe ich die Erfahrung gemacht, dass PNG in der überwältigenden Mehrheit aller Fälle kleiner ist, als ein entsprechendes GIF (bei gleicher Farbtiefe). Ausnahmen bilden Dateien kleiner als 4 KiB, dort kann GIF je nach Datei um ca. 50-200 Byte kleiner sein (muss natürlich nicht, hängt vom Bild ab). Das liegt daran, dass der Kompressionsalgorithmus, den PNG verwendet, zwar fast immer um einiges besser ist, als der bei GIF verwendete, allerdings bei kleinen Dateien nicht mehr genug Platz spart, um den PNG-Header (also das, was am Anfang jeder PNG-Datei steht), der größer ist, als der GIF-Header, zu kompensieren.
Viele Grüße,
Christian
CMue schrieb am 04.03.2005
Der große Vorteil von PNGs ist nun aber mal der echte sprich voll abgestufte Alphakanal. Leider werden die Bilder dann in der Tat unzumutbar groß.
Vorteil allerdings bei den 24 Bit Transparenzen ist die sehr gute Skalierbarkeit. Wer also die volle Transparenz von PNGs nutzen möchte: es empfiehlt sich diese auf ein 1/3 der Originalgröße zu skalieren, dann als volle Größe im img Tag wieder anzugeben und darüber ein Jpeg/Gif zu legen. Sicher kommt hier ein recht großer Haufen Markup hinzu, aber man hat so volle Tranzparenz und annehmbare Dateigrößen.
Das Beispiel ist nun sehr speziell, gewünscht war halt der typische Outerglow mit voller abgestufter (softer) Tranzparenz um die Divs an beliebiger Stelle (auf jedem Hintergrund) platzieren zu können. Dies ist leider nur mit 24 Bit PNGs zu realisieren.
st schrieb am 03.04.2005
Eine Ergänzung für alle Windows-Nutzer, die sich nicht mit GIMP rumplagen möchten (der Gewohnheit halber):
PNG-Dateien bestehen aus einzelnen Blöcken (Chunks), der für die Hintergrundfarbe zuständige Block nennt sich bKGD. Für Windows gibt es ein kleines Programm namens TweakPNG (http://entropymine.com/jason/tweakpng/), mit dem sich dieser Block in eine PNG-Datei nachträglich einfügen lässt (sehr komfortabel mit einem Farbwähler). Der bKGD muss vor den eigentlichen Bilddaten IDAT eingefügt werden!
Man ist also nicht auf GIMP angewiesen, um dem IE einen akzeptablen Hintergrund beizubringen (und schönen Dank an Jeena, dass er diese PNG-Möglichkeit aufgezeigt hat).
Anonym schrieb am 07.04.2005
Statt des Links auf hochschulstellenmarkt.de solltest Du lieber gleich auf den Wikipedia-Artikel linken. Ansonsten ein super Artikel. Vielleicht solltest Du nochmal drauf hinweisen, dass auch im IE mit PNG alles genauso möglich ist wie mit GIF. Es gibt für PNG also keinen Nachteil. Erst wenn man sich an Alphatransparenz wagt bekommt man Probleme. Dies ist aber kein Nachteil gegenüber GIF, da GIF ja gar keinen Alphakanal hat.
Dave aus Bretzfeld schrieb am 19.06.2005
Wie mache ich das im Photoshop (6) mit der Hintergrundfarbe? Die im Web-Speichern-Dialog eingestellte Farbe wird schlicht und ergreifend einfach vom IE ignoriert. Funktioniert das wenigstens in CS (dann hätte ich wenigstens mal einen plausiblen Grund für ein Update, dass ich schon seit zwei Jahren vor mir herschiebe)? Gimp ist für mich kein Thema
Herzlicher Gruß, Dave
Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 19.06.2005
Hi, ich nutze kein Photoshop, aber anscheinend erscheint das Feld mit den Hintergrundfarben nicht bei allen siehe Schuers Antwort weiter oben.
Dave aus Bretzfeld schrieb am 19.06.2005
Das ist es ja, der Dialog erscheint bei mir. Die Farben werden auch in irgendeiner Form gespeichert. Ich hab mir mal Gimp runtergezogen. Dort brauche ich die Dateien nur öffnen und ohne Änderung wieder speichern und dann funktioniert es. Aber a) mag ich Gimp einfach nicht und b) ist das auf Dauer einfach zu umständlich.
Sonnige Grüße aus Bretzfeld
Dave
Martin aus Niedersachsen schrieb am 30.07.2005
Zum Optimieren der Kompression von PNGs benutze ich seit lä®§erem PNGOUT, die erreichten Kompressionsraten sind sehr gut. Ebenso eignet es sich, um Bilder in das PNG-Format umzuwandelt.
Vergleiche diverser derartiger Programme bezí±ží¼©ch der Kompressionsrate gibt es hier: Twilight Universe » Blog Archive » PING! (dort stammt auch das Zitat her), wobei ich allerdings nicht wei߬ ob da immer die besten Parameter benutzt wurden. Mit ein bisschen probieren lassen sich die Bilder manchmal noch etwas verkleinern. Allgemein sind die Ergebnisse von PNGOUT schon sehr gut, und es wird auch noch (bei Bedarf) weiterentwickelt.
Ingo aus Flensburg schrieb am 27.09.2005
Hallo,
habe heute meinen eigenen Artikel über Weboptimierung bei Grafiken online gestellt. Der hat mich überhaupt erst auf diese Seite gebracht.
Also, bei Interesse gern lesen :).
Fotoentwicklung aus Berlin schrieb am 14.11.2005
Habe selber schon auf meiner HP was über PNG geschrieben, aber das hier ist wirklich sehr gut. Mach weiter so.
Goran aus Stuttgart schrieb am 14.12.2005
hi...
hab bißchen nach .png gegoogelt, weil ich folgendes prob habe.
bin kein homepage-bastler, aber wollte ein theme für mein handy
erstellen (k750i) und habe hierbei gesehen, dass viele menübalken
in transparenter, halbtransparenter (teilweise auch gemustert) erstellt und unter .png abgespeichert haben.
habe kein wirklich gutes bildbearbeitungsprog (micrografx) weil ich das auch nie brauche. bis auf jetzt.
wie erstelle ich damit z.b. ein balken in 169x32 pixel in halbtransparenter form? wie in gemusterter form? und wie (wohl schwerer) in halbtransparenter form mit klar sichtbarem rahmen?
vielen dank für die info´s
grüße aus stuggi
Matthias aus Bad Liebenzell schrieb am 25.02.2006
Zur Info:
Microsoft Internet Explorer 7.0 beta 1 und beta 2 stellt PNG Tansparenz sauber und ohne Hilfsmittel dar. Ebenso werden in diesen zwei Versionen des IE 7.0 auch PNG Alphakanal Transparenz mit Farbverläufen in Hintergrund oder in Texten unterstützt.
Hier ein Link zum Testen von PNG Transparenz und gleichzeitiges Vergleichen mit GIF- oder JPG-Formaten.
Grafikformate testen und vergleichen
rico aus Meiningen schrieb am 17.08.2006
Danke für den Artikel und st für den Hinweis auf TweakPNG. Habe mich nun entschlossen, bei meiner neuen Website voll auf Transparenz zu setzen (-;
Anonym schrieb am 03.09.2006
hab da mal ne frage. wenn ich ne png datei nicht öffnen kann bzw der pc sie nicht lesen kann, was muss ich dann machen
PNG Lover aus Deutschland schrieb am 06.10.2006
Hallo,
deine Seite, die mit den Vorurteilen mal aufräumt, ist dir gelungen,... habe dich natürlich auch von meiner Seite verlinkt ;-) Aufklärung tut Not ;-)
grüssse
Anonym schrieb am 08.12.2006
Hallo,
ich wollte nur darauf hinweisen, dass bei VIAS das sehr umfassende Buch von Greg Roelofs "PNG - The Definitive Guide" als freies eBook erschienen ist. Gibt's online und als HTMLHelp zum Download.
Hier der URL dazu: http://www.vias.org/pngguide/
Grüße