Mit »links« im Netz ein Abenteuer ohne Grafische Oberfläche | 12. April 2006 um 13:57 Uhr

Da ich mein System neu aufetzen musste, war ich gezwungen ein paar Tage ohne grafische Oberfläche auszukommen. Dennoch benötigte ich dazu ab und zu Hilfe von Bekannten aus dem SELFHTML-Chat, wo doch einige kompetente Linux User herumhängen. Außerdem musste ich auch im Internet recherchieren, um ans Ziel zu kommen. Auf der Gentoo-Installations-CD war der Browser links installiert; mit dessen Hilfe und der des SELFHTML-Forums fand ich dann den IRC-Konsolen-Client BitchX. Ich konnte also im Internet surfen, was ich vor allem nutzte, um die Installationsanleitungen zu studieren. Dennoch gab es zwischendurch Zeiten, in denen das System einfach stundenlang vor sich hin kompilierte und ich mich aufmachte, ein bisschen Blogs zu lesen. Dabei sind mir ein paar Sachen aufgefallen, die ich hier etwas näher beleuchten möchte.

Ohne X im Netz

Was mir vor allem bei WordPress Blogs sehr negativ auffiel, waren die unendlich vielen Tags, die auf jeder Seite eingebunden werden und unsinnigerweise auf jeden Monat im Archiv verweisen. Wenn ihr WordPress nutzt, macht das mal weg, das braucht kein Mensch; und bei so manchem musste ich erst einmal zwei Seiten »scrollen« um diese Navigation zu überspringen, denn die Skip-Links werden erst darunter angezeigt.

Skip-Links

Skip-Links, ein gutes Stichwort. Die sind extrem hilfreich. Am schönsten war es, wenn beim Laden der Seite gleich der Inhalt kam und darüber ein einzelner Zur Navigation springen-Link angebracht war. Aber auch anders herum, also erst die Sidebar, dafür aber ein Zum Inhalt springen-Link, waren fast genau so schön. Wenn man aber solche Zum Inhalt springen-Links nutzt, sollte man unbedingt darauf achten, dass sie als erster Link auf der Seite auftauchen, noch vor dem Logo-Link. So kann man, wenn die Seite geladen ist, mit einem einzigen Enter/Return zum Inhalt springen.

Suchformular

Was mir wirklich gut gefallen hat, waren Blogs, die ein Suchformular gleich nach der Hauptnavigation (die aber nicht zu lang sein sollte) plaziert haben. So musste ich sie nicht suchen, sondern sie winkte mir schon gleich von Anfang an zu. Links zur Suchmaschine waren dagegen irgendwie untergegangen in der Fülle an Text und ich tat mir schwer sie zu finden.

Zusammenfassungen auf der Startseite

Noch eine Sache die bei einigen Blogs herausstach: Zusammenfassungen, die mir auf der Startseite die einzelnen Artikel schmackhaft machten. Überfordert war ich dagegen von Blogs, die mir schon auf der Startseite gleich mal zehn oder mehr Artikel voll anzeigten; da kam man vor lauter Blättern nicht mehr zum Lesen. Bei den Zusammenfassungen hatte man dagegen alles schön kompakt aufgelistet und konnte sich wunderbar den Artikel zum näheren Durchlesen aussuchen, der einen wirklich interessierte.

Captchas sind uncool

Ich las da also so vor mich hin, und plötzlich verspürte ich das Verlangen, den Beitrag zu kommentieren. Also schrieb ich wunderbar einen laaaangen kommentar, gab brav Namen, E-Mail und Homepage ein und sah dann, dass da noch ein Feld frei war, wusste aber nicht so recht, wozu das gut sein sollte, also ließ ich es frei.

Nun ja, es war das Feld für das Captcha; meine ganze Anstrengung, einen konstruktiven und gehaltvollen Kommentar zu schreiben, war völlig umsonst, und ich konnte mir damit meinen Hintern abwischen. Wenn man schon so etwas einsetzt, wäre ein kurzer Hinweis vor der Textarea schon nett gewesen und hätte mir einiges an Zeit gespart.

Resüme

Mit Hilfe von links ist das Surfen im Netz auf einem Textsystem gar nicht so schwierig, wie es früher für mich mit Lynx den Anschein hatte. Es funktionieren Frameseiten sowie Layouttabellenseiten ziemlich gut, und es gibt ein Menü wie bei den grafischen Pendants, in dem man all die Sachen erledigen kann, die man beim Surfen so machen will: Bookmarks setzen, Seiten und Dateien abspeichern, den Verlauf vor- und zurückspringen und anderes.

Weblogs lassen sich - im Vergleich zum Beispiel zu Zeitungsportalen - jetzt schon sehr gut damit besuchen, das ist sehr nett. Hilfskonstruktionen wie Skip-Links und Zusammenfassungen helfen dabei noch ungemein, die Seite zu bedienen, und sollten unbedingt auf jede Webpräsenz.

Man sollte aber dennoch immer daran denken, dass manche Menschen die »Coolen« Grafiken nicht sehen können und falls das Bild eine Funktion außer dem »schön sein« erfüllt, grundsätzlich immer einen Alternarivtext angeben. Andereseits sollte man den »unnützen« Bildern ein leeres alt-Attribut spendieren, damit so etwas wie auf der Google-Seite vermieden wird:

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