Fullpage-Zooming Jetzt unterstützen es alle Browser | 21. März 2008 um 22:39 Uhr
Heute wurde veröffentlicht, dass auch die letzte Rendering-Engine, Webkit, auch Zooming der ganzen Seite anstatt nur des Textes unterstützt.
Ich habe es da und auch im Firefox nicht getestet, aber wenn sie es auch nur annähernd so gut hinbekommen haben wie Opera, dann ist das schon sehr cool. Wünschenswert wäre aber dennoch die Wahl zwischen den zwei Vergrößerungsmodi zu haben.
Wenn auch Schriftangaben in em theoretisch Vorteile für den Nutzer haben, vereinfacht man sich als Webworker schon extrem die Arbeit wenn man px für Schriftgrößen nutzt. Dass alle Browser alles Zoomen können wird diesen Trend weiter fortsetzen, was ich aber nicht als so schlimm ansehe.
Auch werden wir dadurch wohl immer weniger flüssige Layouts sehen. Was wiederum etwas Schade ist, denn gerade diese Verlangen etwas Einfallsreichtum vom Webworker damit sie gut aussehen und dennoch in Verschiedenen Fensterbreiten funktionieren.




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Götz aus Stockholm / Schweden schrieb am 22.03.2008
Da stimmst Du wohl mit unseren Idolen John & Jon überein, ich finde es trotzdem irgendwie praktischer konsequent auf em zu setzen - nicht nur für Schriftgrößen, sondern auch für Breiten und Höhen aller anderen Elemente. Wirkt auf mich irgendwie sauberer. Aber Schriftgrößen mit em festlegen kann schon zu Gefrickel ausarten, da hast Du recht.
david schrieb am 23.03.2008
Ich bin über die Entwicklung ingesamt auch erfreut -- obwohl ich natürlich ebenso wie du der Meinung bin, dass auch mehr oder minder ansprechend gestaltete Seiten durchaus skalierbar gecodet werden können. Manchmal aber sitzt nunmal die böse CD-Abteilung im Rücken und verlangt dem Webdesigner unmögliches ab, und nicht zuletzt soll es da Gerüchten zufolge auch noch eine winzige Randgruppe von Webdesignern geben, die noch nichts von Skalierbarkeit respektive Barrierefreiheit und Usability im Allgemeinen gehört haben sollen. (Auf Links verzichte ich an dieser Stelle.) Zoom-fähige Browser lösen das Problem für den Benutzer.
Von Zoom-fähigen Browsern erhoffe ich mir ferner, dass sie langfristig obskure Lösungen, die alles (und manchmal sogar wirklich alles) eine em-Größe verpassen, wieder verdrängen, da sie letztlich nur einen primitiven Zoom emulieren. Schmutzig wird es spätestens ab dem Moment, wo rein dekorative Grafiken zwecks Größenmanipulation als img eingebunden werden. Ian Hickson bezeichnet das im HTML5-Entwurf zurecht als Missbrauch:
[...]
Das mag man bis hierhin trotzdem noch als Kavaliersdelikt durchgehen lassen -- ich betrachte es aber als Kapitalverbrechen, wenn ich in meinem Browser bewusst den Schriftgrad einstelle, der Content-Bereich aber schon bei recht geringer Vergrößerung unnötig früh über meine Browserfensterbreite hinauswächst. Fazit: Ein pixelgenaues Layout mit em ist letztlich nur ein Wolf im Schafspelz. Leider verfolgt die Zoom-Funktion des IE7 genau denselben Ansatz: Sogar Seiten, die völlig ohne irgendwelche Breitenangaben auskommen, werden skaliert wie ein Bild.
Viel angenehmer finde ich da die Lösung in Firefox 3: Da werden Angaben wie
auch im Zoom-Modus noch respektiert. (Ähnlich dürfte das wohl im Opera aussehen, was ich aber leider mangels einer Installation ebendessen auf dem Testrechner, an dem ich gerade sitze, nicht überprüfen kann.) Und so muss das auch sein.
Am Schriftgrößen-Dilemma ändert das aber leider immer noch nichts. Ich bin als Designer durchaus auch der Ansicht, dass die meist voreingestellte Standardschriftgröße von 16px in aller Regel einfach nicht aussieht, aber was will man tun? Ich habe ja auch schon des öfteren versucht, den Teufelskreis zu durchbrechen und zumindest meinen Browser auf 13px Standardschriftgröße einzustellen, aber dann sind es gerade die sonst doch so sauberen Seiten, die dank 0.7em völlig unbenutzbar werden. Eine minimale Schriftgröße von 13px anzugeben kann auch nicht Sinn der Sache sein, da ich ja -- wo semantisch sinnvoll -- durchaus auch kleinere Schriften zulassen will.
Mittlerweile überlege ich daher auch, ob es nicht immer noch sauberer ist, als Entwickler html oder body die für die eigene Seite gewünschte Grundschriftgröße in Pixeln anzugeben, dann aber konsequent alles andere in em zu notieren. Das ließe sich von Benutzerseite dann wesentlich leichter manipulieren, zum Beispiel durch ein benutzerseitiges CSS mit
html, body { font-size: 25px !important; }Aber wie kann man alle Seitenbetreiber dazu zwingen?
Praktikabler erscheint mir daher folgende temporäre Lösung: Man setzt im Browser die Standardschriftgröße auf den gewünschten Wert, nutzt aber eine Browsererweiterung (kennt jemand eine solche oder hat Lust, für Firefox eine zu coden? ;-), die es erlaubt, für einzelne Seiten bei akutem Bedarf einen anderen Wert (z.B. die Standard-16px, damit ggf. auch Grafiken nicht verzerrt werden) zu setzen. Sobald sich diese Lösung bei den Benutzern einigermaßen durchgesetzt hätte, könnte man dann auch als Designer ein gutes Gewissen haben, weil man weder Größen von 0.7em festlegen, noch bei 95% der Seitenbesucher mit monströser Schriftdarstellung rechnen müsste.
(Puh, warum habe ich jetzt eigentlich so viel geschrieben...?! Ich sollte wirklich mal üben, wenig Inhalt auch in entsprechend wenigen Sätzen zu verpacken...)
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 23.03.2008
Zum Thema <img> nicht als Layouttool benutzen, so lange die Browser nicht sinnvoll mit CSS umgehen können finde ich das fast so legitim wie Layouttabellen. Wich wüsste sonst keine Möglichkeit Hintergrundbilder zu stretchen.
david schrieb am 23.03.2008
Klar, 100%ig konsequent lässt sich das (ohne CSS3...) nicht ideal umsetzen. Allein schon vom Konzept her wird (X)HTML nie ganz reine Semantik beinhalten, sondern immer zu einem gewissen Restanteil auch Präsentation. Was ich aber sagen wollte: Eigentlich sollten img-Tags zur Site-übergreifenden Dekoration vermieden werden, und daher kann das wdr.de-Konzept, alles in der Größe beeinflussen zu wollen, einfach nicht das richtige sein.
Kurz: img für solche Zwecke im Notfall gerechtfertigt, aber hier liegt definitiv kein Notfall vor. So, jetzt gute Nacht ;-)
Peter schrieb am 30.04.2008
Ich bin weniger begeistert, vielleicht, weil ich den Zoom wirklich brauche. Ich zoome Webseiten gerne auf 200% oder noch mehr, dann ist der Text für mich sehr entspannt zu lesen (zurückgelehnt im Sessel, die Tastatur an der Tischkante :-) Wenn dabei aber die ganze Seite zoomt, so bekomme ich zwangsläufig waagrechte Scrollbalken, was das ganze wieder sehr nervig macht. Das ist für mich z. B. der Hauptgrund, warum ich Opera nicht verwende, den ich ansonsten für besser halte als Firefox.
David - Bongard.net aus Aachen schrieb am 21.05.2008
IE8 soll einen sogenannten adaptive zoom bekommen. Das bedeutet im Wesentlichen, dass Texte am Seitenrand umgebrochen werden, um waagerechte Scrollbalken zu vermeiden. Ich vermute (mal so ins Blaue), Firefox und und Opera werden bald ähnliches implementieren.
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 21.05.2008
Ähm Opera hat das schon viele Jahre lang implementiert, ich persönlich kenne Opera ohne diesen Zoom gar nicht. Und Firefox 3 hat das auch (endlich) implementiert bekommen so weit ich informiert bin.