Dienstleistung als Preisausschreiben? 24. September 2008 um 11:18 Uhr / Jammern
Gerade habe ich eine E-Mail mit diesem Wortlaut verschickt:
Nein danke, an einem Preisausschreiben bin ich nicht interessiert. Ich spiele auch kein Lotto.
Der Hintergrund dazu ist eine Mailkonversation mit jemandem der daran interessiert war, dass ich seine kleine Visitenkarten-Webseite neu gestalte.
Er schrieb mich also an und fragte wie viel es denn kosten würde, samt Link zu seiner alten Seite. Ich habe ihm einen Kostenvoranschlag gemacht, der ihm auch gut zusagte, er hatte aber nur eine kleine Frage:
Kostet es etwas, und wenn wie viel, wenn mir Ihr Entwurf nicht gefällt? Ich kaufe nicht gerne die "Katze im Sack".
Ich habe ihm daraufhin das bekannte Beispiel mit dem Maler geschickt. Und zurück kam:
Ich glaube nicht, dass man die Vorgehensweise mit einem Maler vergleichen kann. Von meiner Warte aus gesehen sollte die Sache ähnlich einem Preisausschreiben ablaufen: Hier steht der Betrag von Anfang an fest. Alle vorgelegten Entwürfe sind unverbindlich und nur der Entwurf, welcher mir zusagt, erhält den "Preis".
Hm Preisausschreiben? Warum um Himmelswillen würde ich an einem Preisausschreiben teilnehmen wollen? Wenn mich einer wegen eines Preisausschreibens anruft lege ich ohne ein Wort zu sagen unhöflich mitten in seinem Satz auf, und wie gesagt: Ich spiele auch kein Lotto.
Alles also reine Zeitverschwändung, das können vielleicht Anfänger machen, die dabei etwas lernen wollen, und genau so einen wird der werte Herr auch bekommen. Wenn er zufrieden ist, prima. Ich habe für Spielchen einfach keine Zeit, denn ich liefere Dienstleistungen die ihren Preis haben. Dieser ist aber unabhängig vom Spielglück, dafür aber abhängig von meinem Können.




abonnieren.
Götz aus Karlsruhe / Deutschland schrieb am 24.09.2008
Hallo Jeena,
naja, soweit ich weiß ist dieses "Preisausschreiben-Vorgehen" (man könnte es auch einfach "Ausschreibung" nennen, wie es auch für andere Projekte aller Art üblich ist) in einer gewissen Größenordnung durchaus üblich, wobei ich dies bei einer Webvisitenkarte für nicht angemessen halte, denn da hat man ja für das Erstellen des Endprodukts wohl fast genau so viel Aufwand, wie für den Entwurf allein ...
Viele Grüße,
Götz
Siechfred schrieb am 25.09.2008
Man könnte ja auch das Design als Grafik machen und erst bei Zuschlag mit der Umsetzung anfangen. Natürlich sollte man dem Kunden an der Grafik keinerlei Nutzungsrechte außer zur Entscheidungsfindung einräumen.
Aber eigentlich hast Du schon recht mit der Frage, ob sich sowas bei einem kleinen Projekt überhaupt rechnet.
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 25.09.2008
Das Design als Grafik machen ist ja schon 40% des Auftrages, das ich evtl. sogar outsourcen möchte, soll ich das dann bezahlen, damit ich ihm "ein paar Vorschläge" zuschicken kann, und dann sagt er mir dass ihm keines der Vorschläge gefällt und ich auf den Kosten dann sitzen bleibe?
Flüge schrieb am 26.09.2008
Naja einige Referenzen sollte man Vorzeigen können, dann ist das alles sehr verständlich. Niemand möchte die Katze im Sack kaufen, das ist klar. Keiner spricht Dir auch Dein können ab, nur muss man eben zeigen, was man drauf hat. Und genau das sieht man eben auf Deiner Referenzseite. Die reicht ja wohl aus, um sich zu entscheiden, ob man Dir den Auftrag gibt oder nicht. Die einzelnen Designentwürfe usw. werden ja klar mit dem Kunden erarbeitet. Hmmm, ich verstehe daher die Aufregung nicht ganz. Das mit dem Maler ist aber witzig:)
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 26.09.2008
Ja eben, der Meinung bin ich auch.
Ja exakt, genau der Meinung bin ich auch. Zum Schluss will er aber sagen können dass es ihm nicht gefällt und, Auftrag zurückziehen und mich auf den Kosten sitzen lassen. Und eben das ist es was ich anprangere :-).