A List Apart aus dem Feedreader verbannt 04. März 2009 um 00:54 Uhr / Censure
Angeregt durch die derzeitige Diskussion in den Blogs über verkürzte Feeds habe ich heute nach Jahren endlich das sicherlich wirklich wichtige Magazin A List Apart aus meinem FeedReader entfernt.
Es hat mich eigentlich schon seit Jahren genervt, dass die nur eine verkürzte Zusammenfassung anbieten bei der die hälfte auch noch reine Werbung für T-Shirts und so Zeug ist. Allerdings hatte ich immer viel zu großen Respekt und Angst gehabt von diesem durchaus wichtigen Magazin einen Beitrag zu verpassen.
Wenn ich aber so zurückdenke dann muss ich zugeben dass seit dem ich deren Feed im reader habe ich ihre Beiträge gar nicht mehr lese. Oft ist es so dass ich meine Feeds nur schnell durchschaue und mir nur die interessanten ganz durchlese, ich habe da nicht wirklich die Zeit da noch extra auf die Webseite zu gehen und warten bis sie und die Werbung geladen haben damit ich mir dann noch die Textgröße anpassen darf bis ich mal anfangen kann zu lesen. Die sinnlose feste Breite mal außen vor gelassen.
Ich glaube heute habe ich genügend andere gute Quellen der Information, dass diese mir schon bescheidgeben wenn es bei A List Apart mal etwas wichtiges zu lesen gibt. Ich brauch mich dann aber nicht jedes mal ärgern dass ich den Text wieder nicht lesen kann weil ich grad mal wieder offline bin. Jetzt mit A List Apart draußen habe ich nur noch komplette Feeds in meinem Feedreader, toll :-).
Kommentare
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Webstandard-Team (Heiko) aus Berlin schrieb am 04.03.2009
Na dann werde ich wohl aufpassen müssen nicht gelöscht zu werden, aber da ich seit Anfang an Full-Feed anbiete, wird der Webstandardblog wohl noch mit einem blauen Auge davon kommen ;o) Du bist im übrigen einer unserer "ältesten Leser". Von Anfang an dabei, vielen Dank dafür!
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 04.03.2009
Hey, so lange man mir das Lesen nicht verbietet indem man mir die Inhalte vorenthält und über für mich relevante Themen schreibt ist ja für mich alles in Ordnung ;).
dagassa schrieb am 04.03.2009
mir gehts gleich! ich schließe mich an!
sonst noch einer?
Jens Meiert schrieb am 06.03.2009
Feeds kann man allerdings auch als Service ansehen, und einen Klick auf die Website als recht und billig.
Wofür lohnt sich das Verfassen von nützlichen Inhalten sonst, gar auf professioneller Basis, wenn Nutzer Websites nicht mehr besuchen, sondern alles im Feedreader haben möchten (natürlich in bester Qualität, kostenlos, ohne Werbung)? Eine ähnliche Problematik kommt uns in bezug auf Suchmaschinen in den Sinn, was Nielsen 2006 konterte.
Man kann argumentieren, dass der eine Klick raus aus dem Feedreader nicht nur legitim, sondern fair ist für den, der die Inhalte bereitstellt.
Jeena Paradies schrieb am 06.03.2009
Es gibt so viel konkurenz die gute Inhalte liefert, so dass über kurz Ode lang wohl kein Platz mehr da sein wird für die, die nur verkrüppelte feeds anbieten. Das nennt sich wohl natürliche Selektion.
Außerdem lese ich persönlich eh lieber Inhalte von personen die für das Thema über das sie schreiben brennen und nicht nur irgendetwas schreiben weil sie müssen und wohlmöglich auch noch dafür bezahlt werden dass sie über ein bestimmtes Produkt wohlwollend schreiben. Wenn ich so etwas lesen möchte dann Käufe ich mir ein Hochglanzmagazin.
pernox.de schrieb am 07.03.2009
Bislang bin ich gar nicht so sehr auf die Idee gekommen, bei einem Feed unbedingt komplette Inhalte zu erwarten. Und ist ein Feed auch dann "komplett", wenn die Kommentare nicht enthalten sind?
Andererseits ist die Abhängigkeit von Werbung, die sich mehr oder weniger durch die meisten Medien zieht, schon problematisch. Auch bei den "öffentlich-rechtlichen", zumal wenn sie sich dann auch noch durch eine Art von Computer-Steuer am Internet bedienen.
Jeena Paradies aus Varberg / Schweden schrieb am 08.03.2009
Ach komm wie viel verdient man denn als 0815 blogger denn im Monat mit Werbung 50 € vielleicht 100 €? Und warum würde man sich überhaupt abhängig von Werbung machen wollen, gerade von Werbung auch noch. Ist denn nicht die beste Werbung eine gute Reputation? Eine mit Werbung zugekleisterte Seite sind doch nicht professionell aus, einem solchen Schreiberling kann man doch nichts glauben, der ist doch Abhängig von der Werbung und muss sich seine Inhalte von ihr auch diktieren lassen, da geht es dann nicht mehr darum sich kritisch mit einem Thema zu befassen sondern einfach nur so viele Klicks wie nur irgend möglich generieren zu lassen.
Auf solche Blogs kann ich gerne verzichten, da ist so ein verkrüppelter Feed ein guter Indikator dafür. Es gibt genügend bessere Konkurenz die das besser regelt, da lohnt es sich einfach nicht zeit mit jemandem zu verplämpern der einen nicht als treuen Leser ansieht sondern als Klickgenerator.
Ich frag mich warum Blogger wie John Gruber oder Fefe keine Probleme damit haben komplette Beiträge in die Feeds zu stellen, die kleinen unbedeutenden Blogger aber, die sowieso keiner liest, so eine irre Angst vor Kontentklau haben dass sie lieber auf Leser verzichten indem sie sie gängeln anstatt dazu zu animieren so vieles von einem zu lesen wie möglich.
Optimum aus Niedersachsen schrieb am 23.03.2009
Ich glaube der Gedanke dahinter trägt sich zum Teil auch durch die Angst etwas abgeben zu müssen. Diese Angst etwas zu verlieren ist nicht nur im Feed vorhanden, sondern auch in den eigentlichen Beiträgen.
Gerne mal jemanden zitieren oder ein Thema aufgreifen, den Link zur entsprechenden Seite setzen - auf gar keinen Fall.
Eigentlich fängt der Contenklau ja viel früher an - indem man eine Idee von jemandem anderen aufgreift und kurz durch den Fleischwolf dreht, das Ergebnis dann jedoch so gut wie nur möglich zu schützen versucht und keinen Brotkrumen an einen anderen Blogger abgeben will.
Im Feed setzt sich letztendlich also nur durch, was in dem restlichen Angebot ebenfalls praktiziert wird : Die Angst einen Leser nicht zu bekommen, oder an eine andere Seite zu verlieren, bevor nicht noch mndestens 3 Seiten besucht wurden.